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Die Bezeichnung „Gold“ leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen her und bedeutet „das Blanke“, wodurch gleichzeitig ein Hinweis gegeben wird auf die auffallende Eigenschaft des Edelmetalls, welches durch Luft und Säuren nicht angegriffen wird.

Materialien und Werkzeuge für die Ölvergoldung: Blattgold in Form von Rollengold, Blattgold im Heftchen und Blattgold (Transfergold, Sturmgold) auf Seidenpapier aufgepresst. Vergolderkissen mit Vergoldermesser sowie verschieden breite Anschiesser. Anlegeöl und Pinsel zum Entfernen des überschüssigen Blattgoldes.Dieser Charakter des sehr weichen und außerordentlich dehnbaren Materials führte dazu, dass Gold zusammen mit Kupfer zu den ältesten von Menschen benutzten Metallen gehört und schon um 2000 v.Chr. von den Ägyptern bergmännisch gewonnen wurde. Hauptsächlich als Schmuck und Zahlungsmittel wurde Gold verwendet, so dass die Suche nach dem begehrten Edelmetall auch zur Triebfeder der großen Entdeckungsreisen um 1490 wurde. „Nach Golde drängt, Am Golde hängt Doch alles“ lässt Goethe im Faust Gretchen bei der Entdeckung des Schmuckkästchens aussprechen, welches Mephistopheles im Auftrage von Faust beschafft hat.

Um das vielfach vorhandene Bedürfnis nach goldenen Gegenständen zu befriedigen machte man sich die große Dehnbarkeit des Goldes zu nutze, wodurch es möglich war, das Metall in sehr dünne Folien auszuschlagen und damit die Oberflächen von verschiedenen Materialien zu überziehen. Die Dicke des so gewonnen Blattgoldes beträgt ca. ein zehntausendstel Millimeter, womit man Stein, Metall, Holz, Ton, Glas, Leder, gewebte Stoffe, Papier u.a. belegen kann. Die Technik der Blattgoldherstellung war auch schon im alten Ägypten bekannt, wie Gegenstände zeigen, welche in den Pharaonengräbern gefunden worden sind. Je nach dem Goldgehalt (Karat) des ausgeschlagenen Blattgoldes besitzen die Blattgoldfolien eine unterschiedliche Farbigkeit, welche sich auch in den Goldbezeichnungen niederschlägt: Weißgold, Grüngold, Citrongold, Orangegold, Rotgold u.a. Der Feingoldgehalt variiert von 6-24 Karat, was einem prozentualen Goldgehalt von ca. 333 bis 999 auf 1000% entspricht. Die übrigen im Gold enthaltenen Anteile bestehen aus Silber und Kupfer.

vergoldung-2Silber lässt sich ebenso wie Gold zu dünnen Folien ausschlagen, die mit den gleichen Methoden auf verschiedenste Materialien und Gegenstände aufgebracht werden können. Durch die Verwendung von speziellen Goldlacken, mit denen man die Versilberung überziehen kann, ist es auch möglich eine entsprechende Goldimitation zu erreichen, wodurch gleichfalls eine Oxydation (Anlaufen) des Silbers unterbunden wird.

Die Polimentvergoldung

Mit dem Begriff der Polimentvergoldung ist eine Art der Blattgoldauflage zu verstehen, welche nur für Innenräume zu verwenden ist, da die dafür verwendeten Materialen sehr feuchtigkeitsempfindlich sind. Die zu vergoldenden Gegenstände werden mit einer Grundierung versehen, meist einem leimgebundenen Kreidegrund, wodurch die Unebenheiten der zu belegenden Oberfläche ausgeglichen werden sollen. Auf die nun sehr glatte Fläche wird das Poliment, eine fette Tonerde, der sog. Bolus, aufgetragen. Der Bolus kann in verschiedenen Farben benutzt werden, meist in einem braunroten Farbton, wobei die Farbe des Bolus durch die sehr geringe Dicke des Blattgoldes auch die Farbigkeit der Vergoldung beeinflusst.

Das Blattgold wird von den Goldschlägerfirmen, die sich hauptsächlich in Süddeutschland befinden, in kleinen Heftchen in einer Größe von meist 8 x 8 cm geliefert. Andere Handelsformen sind das sog. Rollengold und das Transfergold (Sturmgold).

vergoldung-3Da die Goldfolien außerordentlich dünn sind, bedarf es entsprechender Werkzeuge, um die Blätter zur Verarbeitung zuzuschneiden und sie anschließend auf die vorbereitete Oberfläche zu applizieren. Als Unterlage zum Schneiden für das Blattgold werden sog. Vergolderkissen aus Rinds- oder Kalbsleder verwendet. Mit einem speziellen Vergoldermesser wird das Blattgold auf dem Kissen in das gewünschte Format geschnitten. Um die einzelnen Goldblättchen für den Vorgang der Vergoldung aus dem Heft zu entnehmen und auf dem Vergolderkissen abzulegen sowie nach dem Schneiden  aufnehmen zu können, werden Spezialpinsel in unterschiedlicher Breite, entsprechend der Größe des Blattgoldes benutzt. Die Haare des Pinsel liegen fast einzeln nebeneinander und bestehen aus Fehhaar, dem Pelz des grauen, russischen Eichhörnchens.

Um eine dauerhafte Verbindung zwischen dem Bolus und der Metallfolie zu erreichen, wird die zu vergoldende Stelle mit einer sog. Netze oder dem Anschiesswasser befeuchtet. Diese Flüssigkeit besteht aus einem Alkohol-Wasser-Gemisch mit einer sehr geringen Menge von Leim. Durch die Feuchtigkeit der Netze wird der Leimgehalt des Bolus klebrig und vermag so das dann aufgebrachte Gold (angeschossene Gold) zu binden. vergoldung-4Nach ca. 1,5-2 Stunden ist die Vergoldung so weit angetrocknet, dass mit der Politur der Oberfläche begonnen werden kann. Zum Hochglanzpolieren der Goldflächen werden speziell dafür geformte Achate verwendet, welche mit einem geringen Druck über das Gold geführt werden und so der Oberfläche einen großen Glanz verleihen. Ein Überzug über die Goldflächen in Form eines Firnis oder Lacks ist nicht notwendig.

Die Ölvergoldung

Im Gegensatz zur Polimentvergoldung ist die Ölvergoldung nicht polierbar, kann jedoch auf Grund des ölhaltigen Bindemittels für Vergoldungen im Außenbereich (Turmknäufe, Grabsteine ect.) verwendet werden.

vergoldung-5Die zu vergoldenden Flächen werden mit einer Ölfarbe grundiert und somit abgesperrt, so dass das zur Vergoldung verwendete sog. Anlegeöl nicht von dem darunter befindlichen Material aufgenommen werden kann. Das Anlegeöl wird in verschiedenen Trockenzeiten geliefert (1-16 Stunden) und nach dem Trocknungsprozess des dünn aufgestrichenen Öls werden die Gold- oder Silberfolien in der gleichen Art aufgebracht, wie bei der Polimentvergoldung (Abb. 1). Das Gold haftet nur an den Stellen, welche mit dem Anlegeöl versehen worden sind. Nach 24 Stunden werden die aufgebrachten Goldblätter vorsichtig angedrückt und mit einem weichen Pinsel können die überstehenden Goldblattteile abgekehrt werden. Auf Grund der geringen Dicke des Blattgoldes dringt das verwendete Anlegeöl durch das Metall hindurch, so dass eine Politur der Oberfläche, wie bei der Polimentvergoldung, nicht möglich ist.

Die Feuervergoldung

Die Feuervergoldung ist ebenfalls ein schon seit dem Altertum bekanntes Verfahren, um ausschließlich Metallgegenstände zu vergolden. Dazu wird Feingold mit Quecksilber legiert und das so gewonnene Goldamalgan auf die Metalloberfläche aufgetragen. Nach einer großen Hitzeeinwirkung verdampft das Quecksilber, so dass das Gold als eine fest mit dem Grund verbundene Schicht zurückbleibt. Kerzenleuchter, Möbelbeschläge ect. wurden auf diese Art dauerhaft behandelt, wobei durch die gesundheitsschädigenden Wirkungen des Arbeitsvorganges heute nur noch exponierte Gegenstände feuervergoldet werden.vergoldung-6

Die Schlagmetalle

Schlagmetalle sind geschlagene Legierungen aus Kupfer und Zink, welche zur billigen Imitation von Vergoldungen und Versilberungen verwendet werden. Sie reagieren, im Gegensatz zu Gold, empfindlich zu UV-Strahlung, Feuchtigkeit und schwankende Temperaturen, wodurch es zu Oxydationen kommt, die eine starke Farbwertveränderung bewirken. Die Verarbeitung erfolgt ähnlich wie bei den Edelmetallen, wobei die Dicke der Metallfolien wesentlich größer ist, so dass man die Schlagmetalle häufig mit einer Schere schneiden kann. Ein Überzug nach dem Aufbringen des Schlagmetalls ist unbedingt erforderlich, das sonst in kürzester Zeit ein Anlaufen der Oberfläche erfolgt.

Das Bronzieren

Bronzepulver sind feine Metallpulver aus einer Kupfer-, Zinn oder und Zinklegierung, welche in verschieden Farben als Gold-, Silber oder Kupferfarbe im Handel sind, um damit Gegenstände anzufärben und so einen Metallcharakter zu erreichen. Gebunden werden die Bronzen in verschiedenen Lacken, welche ihnen Glanz verleihen und gleichzeitig den Schutz vor möglichen Oxydationen bilden.

Metallfolienauflagen lassen sich, im Gegensatz zu Bronzierungen, als solche erkennen durch die sich überlappenden Metallblättchen sowie den stärkeren Glanz der polierten Polimentvergoldung und -versilberung und auch der unpolierten Oberflächen der Ölvergoldung bzw. Versilberung.

 

Text und Photographien: Dr. Bernd Bünsche, Diplomgemälderestaurator

Die Bezeichnung „Gold“ leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen her und bedeutet „das Blanke“, wodurch gleichzeitig ein Hinweis gegeben wird auf die auffallende Eigenschaft des Edelmetalls, welches durch Luft und Säuren nicht angegriffen wird.