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Antike Eisenbahneruhr

.... damit sich diese sprichwörtliche Redewendung erfüllt, war es von besonderer Bedeutung für alle Eisenbahner, einen genauen Blick auf die Zeit zu haben. Eine präzise wie auch stabile Uhr war für jeden Fahrdienstleiter, Stellwerksmeister und Lokomotivführer von großer Bedeutung für den reibungslosen Betriebsablauf.

Daran hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert, nur sind es zu unserer Zeit schwerer fassbare und abstraktere Zeitmesser wie Atomuhren und Computer, die dem modernen Zugverkehr den Takt vorgeben.

 

Mitte des 19. Jahrhunderts war diese Zeitmessung haptisch ansprechender: Der Eisenbahner trug eine Eisenbahneruhr, wie die hier von Antik Hense exklusiv angebotene Uhr KLK848.

Als Eisenbahneruhr bezeichnet man besonders robuste Taschenuhren mit besonders großem Zifferblatt. Sie mussten der Anforderung genügen, dass der Fahrdienstleiter auch im Morgengrauen und zwischen schnaufenden Dampflokomotiven stehend die Zeit ohne Mühe mit einem Blick ablesen konnte.

Hinzu kam, dass sie eine maximale Gangabweichung von weniger als 15 Sekunden pro Tag haben durften, und zwar unabhängig davon, ob die Uhr geschüttelt wurde, kopfüber hing, es in Strömen regnete oder sie auf andere Art malträtiert wurde. Eisenbahneruhren stellten somit sehr hohe Ansprüche an Uhrmacher und Manufakturen. Es ist diese besonders robuste Bauart die dafür sorgt, dass viele Eisenbahneruhren auch nach über einhundert Jahren tadellos funktionieren.

Zu den bekanntesten westlichen Herstellern dieses Typs Taschenuhr zählen die Firmen Léon Lévy & Frères aus dem schweizerischen Biel oder die Manufaktur Költzsch aus Dresden.

Wie wichtig die mechanische Zeitmessung war, beweisen auch die Molnija-Eisenbahneruhren, die zur Zeit der Sowjetunion bis in die späten 1980er Jahren hergestellt wurden und im Einsatz waren.

(Kunsthistoriker Jens J. Reinke, M.A.)