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Harfe, Nordfrankreich um 1820

Harfe, Nordfrankreich  um 1820
Harfe, Nordfrankreich  um 1820 Harfe, Nordfrankreich  um 1820 Harfe, Nordfrankreich  um 1820 Harfe, Nordfrankreich  um 1820 Harfe, Nordfrankreich  um 1820 Harfe, Nordfrankreich  um 1820

Sehr feine, dekorative Biedermeier-Harfe in Nussbaumholz, Nordfrankreich, aus der Zeit um 1820.

Die Harfe zeichnet sich durch höchstes handwerkliches Niveau und ihren reichhaltigen antikisierenden Ornamentschmuck aus. Fuß und Korpus sind mehrseitig; im Korpus befinden sich mehrere mandelförmige Schalllöcher. Der Fuß ist unten mit einem dekorativen Fries versehen. Am unteren Ende der Säule ranken sich Akanthusblätter, deren Form im Verlauf nach oben wieder aufgenommen wird. In einem mehrteiligen, halbplastisch ausgearbeiteten Akanthuskapitell schließt die Säule am oberen Ende ab und geht in den Harfenkopf über. Dieser besteht aus einer mit einem Astragal reich verzierten, großen Volute, welche den Harfenkopf in den Hals des Instrumentes überleitet, der seinerseits im Knie mit einem dreieckigen Akanthusblattornament verziert ist. Die konsequente Verwendung der antiken Formensprache sorgt für einen ästhetisch ansprechenden Gesamteindruck, der im Geiste des Biedermeier schlichte Eleganz ausstrahlt.

Die hölzernen Teile der Biedermeier-Harfe können auf Wunsch nach vorheriger Absprache überarbeitet werden.
Die stattliche Größe der Harfe von 163 cm spricht dafür, dass es sich hierbei um eine Konzertharfe handelt, einem Musikinstrument, das zu den größten in einem klassischen Orchester zählt. Saiten- bzw. Zupfinstrumente sind seit ca. 3000 v. Chr. in Verwendung, z.B. in Form der klassisch-antiken Lyra. Die Harfe in der bis heute üblichen, im wesentlichen dreieckigen Gesamtform, existiert seit dem 8. Jahrhundert. In dieser schlichten Grundform, ohne Pedale und Mechanik auch als keltische Harfe bekannt, ziert sie das Wappen von Irland und findet insbesondere in der Musik des Mittelalters Verwendung.

Ab dem 17. Jahrhundert entwickelte sich die Einfachpedalharfe, die bis heute als Konzertinstrument üblich ist. Die Pedale in Verbindung mit einer Mechanik erlauben es dem Harfenisten, die Spannung der Saiten zu verändern und somit die Tonhöhe zu regulieren. Eine Weiterentwicklung dieser Bauform im frühen 19. Jahrhundert stellt die Doppelpedalharfe dar, deren verfeinerte Mechanik kompliziertere Harmonien und Akkorde zulässt. Die Harfe als fester musikalischer Bestandteil findet sich in den Kompositionen von Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Hector Berlioz und wurde insbesondere durch Franz Liszt in der orchestralen Musik zur Erschaffung von neuen, stimmungsvollen Klangbildern verwendet. Biedermeier ist zwar als kultur-, kunst- und literaturgeschichtliche Bezeichnung üblich, in der Musik spricht man jedoch eher von der Romantik (genauer: Frühromantik). Zeitgenössische Komponisten, deren Klänge wohl am ehesten auf dieser Harfe gespielt worden sind, waren u.a. Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann. Die im Biedermeier beliebte Hausmusik führte zu großer Popularität von eingängigen und im kleinen, privaten Rahmen leicht nachzuspielenden Musikstücken, von denen viele der Kammermusik zuzurechnen sind.

Literatur:

  • Hélène Charnasse und France Vernillat: Les instruments à cordes pincées. Paris: Presses Universitaires de France, 1970.
  • Allison Latham (Hrsg.): The Oxford Companion to Music.Oxford: Oxford University Press, 2002.
  • Vita Mirella: Kleines Harfen-Wörterbuch.Horgen: Pizzicato Verlag Helvetia, o.J. Roslyn Rensch: Harps and Harpists.Bloomington: Indiana University Press, 2007.
  • Renate Wagner: Die Harfe: Entwicklung kompositorischer Möglichkeiten im Spannungsfeld zwischen Symbolgehalt und bautechnischer Gegebenheit 1760-1820. Universität Bonn, Dissertationsschrift, 1987.
  • Hans Joachim Zingel: Lexikon der Harfe: ein biographisches, bibliographisches, geographisches und historisches Nachschlagewerk von A-Z. Laaber: Müller-Büscher Verlag, 1977.

Holzart: Nussbaum

Maße:
Höhe 163 cm
Breite 82 cm
Tiefe 68 cm

 

Biedermeier Concert Harp, Northern France, c. 1820

Very decorative Biedermeier concert harp in walnut, Northern France, c. 1820. Original and a true collector’s piece. Richly ornamented with volutes and acanthus ornaments. Almond-shaped soundholes. Workmanship of the highest quality.

References:

  • Hélène Charnasse and France Vernillat: Les instruments à cordes pincées (Paris: Presses Universitaires de France, 1970)
  • Allison Latham (ed.): The Oxford Companion to Music (Oxford: Oxford University Press, 2002)
  • Hans Joachim Zingel: Lexikon der Harfe: ein biographisches, bibliographisches, geographisches und historisches Nachschlagewerk von A-Z (Laaber: Müller-Büscher Verlag, 1977)

 

Möbel Nr.: DL-SON208-e
Preis: 14.500,00€