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Unserer Erfahrung nach kommt es bei etwa 10 % – 15 % der von uns ausgelieferten Möbelstücke zu Schäden durch Holztrocknung. Diese Schäden lassen sich von kompetenten Restauratoren relativ gut beheben.
Niemand steckt in einem Möbelstück und kein Restaurator der Welt kann die Trocknung des Holzes am Standort beeinflussen.

Wichtig ist, dass man so lange abwartet, bis dass sich das Möbelstück vollständig an das Raumklima angepasst hat und die Trocknungsschäden nicht mehr fortschreiten. Wenn Sie Trocknungsschäden fachgerecht entfernen lassen möchten, erstellen wir Ihnen gerne ein Angebot für Ihr Stück.

Im Folgenden finden Sie einen Auszug aus dem aktuellen Fachbuch „Biedermeier-Möbel“ von Wolfgang L.Eller über die richtige Aufbewahrung von Massivholz Möbeln:

 

Richtige Aufbewahrung schützt vor Schaden

Jede noch so richtige und gut ausgeführte konservatorische oder restauratorische Maßnahme ist nur so lange von bleibender Dauer, wie auch die klimatischen Bedingungen es zulassen. Es wird oft fälschlicherweise angenommen, dass reine Temperaturschwankungen Holz –beziehungsweise Trocknungsschäden verursachen. Diese hängen jedoch ausschließlich von sonstigen klimatischen Bedingungen, insbesondere dem Grad der Luftfeuchtigkeit, ab. Verschiedene Raumtemperaturen besitzen keine negativen Auswirkungen, solange der Feuchtigkeitsgehalt der Luft in etwa konstant gehalten wird. Der ideale Bereich liegt zwischen 45 und 55 Prozent. Um solche Werte über Jahre hinweg verhältnismäßig konstant zu halten und somit als Eigentümer von antikem Mobiliar seinen Beitrag zur Konservierung zu leisten, benötigt man – speziell in Nachkriegs – bzw. Neubauten – häufig einen Luftbefeuchter. Das Holz >>arbeitet<< unter den Bedingungen einer zu großen Trockenheit, durch Schwinden und Verwerfen können im Laufe der Zeit nicht unerhebliche Schäden entstehen. Wenn man sich vor Augen hält, dass Holz bei einem Feuchtigkeitsgefälle von 55 Prozent nach 20 bis 10 Prozent quer zur Faserrichtung und bis zu 5 Prozent radial (in Richtung vom Stammkern zur Rinde) schwinden kann, muss einem klar werden, dass selbst ausgeklügelte Konstruktionen, die Schwundschäden mindern sollen, nicht dauerhaft in der Lage sein können, das Möbel vor einer beträchtlichen Schädigung zu bewahren. Hierbei sind als am häufigsten auftretende Schadensbilder bei Biedermeier-Möbeln zu nennen: Schwinden von Massivplatten, Reißen von brettverleimten Korpusteilen, Verwerfen von Schubladen-Vorderstücken, Schwund von plan gearbeiteten und überfurnierten Rahmenelementen, so dass Risse im Furnier entlang der Schwundfuge entstehen, sowie Ablösen der Furniere durch Leimverspröden. Besonders überfurnierte Korpuskonstruktionen erleiden beim Schwund der Schwalbenschwänze den Zapfen charakteristische Furnierverspannungen. Biedermeier-Möbel sind, bedingt durch ihre oben geschilderte stilistische Gestaltung und ihre Konstruktion ohne die den Schwund ausgleichenden Füllungen, sehr empfindlich gegen zu geringe oder stark schwankende Luftfeuchtigkeit. So sind Schwundrisse, die am durchgehenden Furnierbild entstehen, sehr auffällig und können das ganze Erscheinungsbild eines Möbels nachhaltig verändern, indem sie die Ästhetik und Wirkung des Furnierbildes in Mitleidenschaft ziehen. Bei Barock-Möbeln mit reicher Marketerie ist das meist nicht so auffällig, da sich Schwundrisse zudem oft in gewollten Furnierstößen einstellen, weil man bei der Verwendung von neuen, unbewährten Methoden sehr viel zurückhaltender war.

Jeder Eigentümer und Liebhaber von Biedermeier-Möbeln kann gewisse Vorkehrungen treffen, um stärkere Schwundschäden zu verhindern, indem er ein Überheizen der Aufbewahrungsräume und damit einen zu hohen Feuchtigkeitsentzug der Möbel vermeidet, insbesondere die Möbel nicht in der unmittelbaren Nähe von Öfen und Heizkörpern aufstellt. Bei sehr niedrigen Werten der Luftfeuchtigkeit in den Wintermonaten kann eine mechanische Befeuchtung der Räume notwendig werden. Direkte Sonneneinstrahlung auf das Möbel sollte unbedingt vermieden werden, damit die Oberflächen nicht ausbleichen. Es kann nicht im Interesse des Eigentümers liegen, bereits bald nach einer Restaurierung wieder ähnliche Schäden am Möbel festzustellen. Der Restaurator ist hierfür nicht verantwortlich zu machen, denn auf ungünstige klimatische Bedingungen und auf eine unpassende Aufstellung hat er keinen Einfluss und kann hier nur beratend tätig werden .“

Quelle:
Eller, Wolfgang L, Biedermeier Möbel Sammlerträume, S.53 -54, Regenstauf 2008
Auszug mit freundlicher Genehmigung des Verlages.